Read Helmbrecht. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch by Wernher der Gartenaere Fritz Tschirch Online

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Wernher der Gärtner (Gartenaere), 2. Hälfte 13. Jh. Verfasser der Verserzählung Helmbrecht, die auf die Zeit zwischen 1250 und 1280 angesetzt wird und durch Sprache und Lokalkenntnisse auf den bayerisch-österreichischen Raum verweist und vielleicht für den Hof des Herzogs von Niederbayern (Burghausen am Inn) bestimmt war. Ob der Beiname als Berufs- oder HerkunftsbezeichnunWernher der Gärtner (Gartenaere), 2. Hälfte 13. Jh. Verfasser der Verserzählung Helmbrecht, die auf die Zeit zwischen 1250 und 1280 angesetzt wird und durch Sprache und Lokalkenntnisse auf den bayerisch-österreichischen Raum verweist und vielleicht für den Hof des Herzogs von Niederbayern (Burghausen am Inn) bestimmt war. Ob der Beiname als Berufs- oder Herkunftsbezeichnung bzw. als Anspielung auf das Vagabundieren (des fahrenden Berufsdichters) zu verstehen ist, bleibt offen. Die Versnovelle (etwa 1930 Reimpaarverse), nur in zwei Handschriften des 15. und 16. Jh.s überliefert, erzählt von Helmbrecht, dem Sohn eines gleichnamigen Meiers (eines reichen Bauern), der gegen alle Mahnungen seinen Stand verlassen und Ritter werden will, in eine Gesellschaft von Raubrittern gerät und seine verdiente Strafe erhält. Als er geblendet und verstümmelt nach Hause kommt, vertreibt ihn der Vater. Bauern hängen ihn auf und zerfetzen seine Haube, das Sinnbild der Anmaßung. Der Verstoß gegen die gottgewollte hierarchische Ordnung wird unnachsichtig geahndet, der Vater selbst erscheint als Werkzeug der erbarmungslosen göttlichen Gerechtigkeit. Bezüge bestehen zur Parabel vom verlorenen Sohn und zum Handlungsmodell des Artusromans, Muster, die hier vor der Folie einer als Verfallszeit geschilderten Gegenwart umgekehrt bzw. ins Negative gewendet werden. "Das hier ein schuldhaftes Geschick bis zu seinem erbramungslosen Ende in durchaus unmittelalterlicher Konsequenz durchgehalten wird, gerade dadurch spricht diese Erzählung den durch die klassische Tragödie um 1800 an eine notwendige, unabänderliche Verflechtung von Schuld und Sühne gewöhnten Leser des 19. und 20. Jahrhunderts in ganz anderer Weise an als so gut wie alle anderen hochmittelalterlichen spischen Werken." Fritz Tschirch...

Title : Helmbrecht. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch
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ISBN : 9783150094983
Format Type : Paperback
Number of Pages : 169 Pages
Status : Available For Download
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Helmbrecht. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch Reviews

  • Sophie VERStand
    2019-01-11 00:38

    Was für eine anfänglich illustre Verserzählung, die von der Überheblichkeit eines einfachen Bauernjungen namens Helmbrecht mit wunderhübscher Haube/Kappe, die sogar den trojanischen Krieg abgebildet zeigt, erzählt. Dieser entsagt sich in einem längeren Dialog von seinen Eltern, er lässt sich aber trotz der prophetischen Träume seines Vaters [die davon erzählen, dass ihm das Augenlicht und jeweils eine Hand und ein Fuß abhanden kommen werden, wenn er sich zum Ritter aufschwingt] nicht zuhaus festhalten und bestreitet sein Leben als Raubritter. Er lernt von seinen namentlich recht amüsant gestalteten Raubgesellen vielerlei Untaten, schreckt vor Mord und Vergewaltigung nicht zurück und muss letztlich ein trostloses Schicksal erleiden.Sich über den eigenen (Bauern-)Stand hinausheben zu wollen, stellte im Mittelalter im Übrigen noch eine der größten Sünden dar. Sehr einfach lesbar in einfach gereimter/mhd. Versform.Die Übersetzung ist teilweise etwas 'weit' und ausführlicher als das Original. Da Mären im Mittelalter für ihre Derbheit und Brutalität bekannt sind, sollte man sich hier auf einiges gefasst machen.

  • Michaela
    2019-01-05 20:43

    This book represents the way of thinking in this time. Very readable.

  • Nico
    2018-12-24 00:45

    It`s not the classical medieval knight tale, it`s quite the contrary which makes it so very interesting and entertaining.

  • Dennis
    2018-12-29 23:37

    Eine der meiner Meinung nach besten Texte des Mittelalters - zugegeben, so viel hab ich aus dem Zeitabschnitt aber auch noch nicht gelesen...

  • morganaa
    2018-12-25 22:28

    Buch der 1000 Bücher Challenge