Read Untertauchen by Lydia Chukovskaya Swetlana Geier Online

untertauchen

Nina Sergejewna verbringt winterliche Wochen im Jahr 1949 in einem Sanatorium für Künstler auf dem Lande. Hier ist alles auf Vergessen gestimmt. Doch sie will mehr über die Vergangenheit, über ihr eigenes Leid und das ihrer Mitmenschen erfahren.Als sie Bilibin kennenlernt, der im gleichen Arbeitslager wie ihr Mann war, sucht sie seine Nähe. Es entspinnt sich eine zarte ZunNina Sergejewna verbringt winterliche Wochen im Jahr 1949 in einem Sanatorium für Künstler auf dem Lande. Hier ist alles auf Vergessen gestimmt. Doch sie will mehr über die Vergangenheit, über ihr eigenes Leid und das ihrer Mitmenschen erfahren.Als sie Bilibin kennenlernt, der im gleichen Arbeitslager wie ihr Mann war, sucht sie seine Nähe. Es entspinnt sich eine zarte Zuneigung, doch enttäuscht wendet sie sich ab, als auch Bilibin nicht die Wahrheit, sondern das Verdrängen und Vergessen sucht....

Title : Untertauchen
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ISBN : 9783038200130
Format Type : Hardcover
Number of Pages : 256 Pages
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Untertauchen Reviews

  • Claudia
    2019-05-04 12:26

    Review to follow.

  • Michael
    2019-05-13 14:16

    „Ich habe geliebt - vollendete Vergangenheit“Im Winter des Jahres 1949 verbringt die Schriftstellerin Nina Sergejewna einige Wochen in einem Sanatorium für Schriftsteller auf dem Land, unweit Moskaus. Sie arbeitet dort an einer Übersetzung, vielleicht wird sie aber auch ein eigenes Buch beginnen, in welchem sie sich mit ihren Albträumen und der Ungewissheit auseinandersetzt, ob ihr in der Säuberungswelle von 1937 inhaftierte Ehemann noch am Leben ist.Als sie während ihres Aufenthalts bei einem Spaziergang mit dem Schriftsteller Bilibin ins Gespräch kommt, der Jahre im Arbeitslager verbracht hat, erfährt sie von ihm, dass das Urteil „10 Jahre mit Briefverbot“, das gegen ihren Mann verhängt wurde, ein zynischer Euphemismus ist und gleichbedeutend mit dem Befehl zur Erschießung. Wieviele Menschen haben dieses Schicksal während der stalinistischen Terrorherrschaft geteilt! Über Jahre und Jahrzehnte hofften Angehörige, ihre Lieben eines Tages wieder in die Arme schließen zu können. Oft haben sie nie erfahren, wo und wann diese gestorben sind (siehe auch das Schicksal von Isaak Babel).„Dort – dort ist meine ständige, meine langjährige Frage: Wie war sein letzter Augenblick? Wie ist es ihnen gelungen, aus einem Lebenden einen Toten zu machen? Ich frage nicht mehr, wofür es geschah … Ich frage bloß: Wie? Wo? Wann? Und wo war ich selbst in diesem Augenblick? Bei ihm? Mit meinen Gedanken?“Die Demütigungen des nächte- und tagelangen Schlangestehens in Moskau vor dem Ministerium, in der Hoffnung, von der Polizeibehörde etwas über den Verbleib des Ehemannes zu erfahren; der menschenverachtende Umgang mit den wartenden Angehörigen: Nina schildert sie erst später im Buch, als der Entschluss gefaßt ist, "unterzutauchen" und neben der Brotarbeit des Übersetzens die eigene Geschichte zu erzählen:„Und dennoch gelang ein erstes Untertauchen. Noch probeweise, für kurze Zeit. Noch musste ich mir Mut machen, meine Kräfte versuchen. Noch blieb das Zimmer. Noch sah ich den Uhrzeiger. Noch fuhr ich zusammen, als unten die Tür zugeschlagen wurde. Die undurchdringliche Wasserschicht, die meine Seele vor fremdem Einfall schützt, hat sich noch nicht über meinem Kopf geschlossen, hat sich noch nicht zwischen mich und die Welt gelegt. Aber jetzt glaube ich: Sie wird sich über mir schließen.“Es ist unglaublich, dass Lydia Tschukowskaja, deren Ehemann inhaftiert und ermordet wurde, frei von Wut und Larmoyanz so poetisch über den russischen Winter und über die Landschaft schreiben kann. Ihr Schreiben als sprachmächtig zu bezeichnen, ist keine Übertreibung, und für den Leser ist es ein Glücksfall, dass die große Swetlana Geier die Übersetzung besorgt hat.Die Distanz zum tatsächlichen Geschehen verdankt sich vermutlich der Tatsache, dass Tschukowskaja zuvor schon einen Roman über den Tod ihres Mannes geschrieben hatte und dass sie sich für die Niederschrift von UNTERTAUCHEN Zeit nahm (von 1949 bis 1957).Die Furcht vor Bespitzelung ist auch im Sanatorium spürbar. Vertrauen, ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, ist im totalitären System lebensgefährlich. Nina aber fasst Vertrauen zu Bilibi, von dem sie hofft, er könne ihr Schreiben verstehen:„Wer könnte es besser verstehen als er? Er ist unser Bruder.“Zwischen Nina und Bilibi entsteht trotz aller Verletzlichkeit eine Verbindung, aus der Liebe werden könnte. Aber ist das unter den gegebenen Umständen wirklich möglich? Können traumatisierte Menschen in einem Klima ständiger Bedrohung offen aufeinander zugehen?Da ist zum einen die Reglementierung durch den Schriftstellerverband und seine Organe:Die stalinistische Literaturkritik (Vorschule der Kritiker: Eine Katze an einen Baum binden und Schießübungen auf sie machen) sieht vor, dass der sogenannte einfache Arbeiter die sowjetische Literatur lesen und verstehen kann. Was den Horizont übersteigt, wird als ästhetische Literatur disqualifiziert. Zeitungen und Verlage sind gleichgeschaltet. Am Tisch wird Nina immer wieder mit Kritikern und Leitern literaturkritischer Abeilungen konfrontiert, „gelackte Plebejer, Vertreter des literarischen Moskaus, des Schriftstellerverbandes und seiner Kommissionen, die nichts anderes sind als Vertreter der Zensur oder Duckmäuser.Nina erkennt in den Verlautbarungen des Jahres 1949, in denen Schriftstellern „unpatriotisches Wesen“ und „volksfeindliche Umtriebe“ unterstellt werden, „die Sprache von 37“ wieder. Nina, selbst Mitglied des Schriftstellerverbandes, verteidigt die geschmähten Autoren: „Aber die Worte, die über sie geschrieben wurden, enthalten auch nicht ein Körnchen Wahrheit … Und dafür kann ich garantieren … Das hört man sofort … Das sind alles fertige Klischees und nicht Gedanken. Man hört es an der Monotonie des Ausdrucks, an der Wortstellung … an der Syntax … dem Ton … der Intonation.“ Zum Glück spricht sie nicht laut vom „Fließband zur Herstellung patentierter Lügen“.Fast könnte man meinen, ihr ist in solchen Mometen gar nicht bewußt, wie sehr sie sich (und die, von denen sie Zustimmung erwartet) gefährdet.Und gerade für Bilibin ist die Gefahr besonders groß. Wer einmal in einem Lager war und wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, läuft Gefahr, erneut inhaftiert zu werden:"Obwohl er weiß, dass er jeden Augenblick wieder geholt werden kann, als "Powtornik": das erste Mal um nichts und wieder nichts, und das zweite Mal deswegen, weil er schon einmal dort war."(Das russische Wort Powtornik leitet sich vom Verb powtorjat ab: wiederholen;Das Inhaftieren und Deportieren eines bereits einmal eingesperrten Lagerinsassen ist alsoeine WIEDER=HOLUNG !Ein weiterer Schatten fällt auf die Beziehung zwischen Nina und Bilibin:Bilibin liebt die Lyrik nicht, spricht herablassend davon, als junger Mann auch einmal Gedichte geschrieben zu haben. Bedenkt man, dass Tschukowskaja die Gedichte der Achmatova vor der Vernichtung gerettet hat und Nina ein Alter Ego von ihr ist, kann aus einer Beziehung zu Bilibin nichts werden. Und tatsächlich entpuppt Bilibin sich schnell als besitzergreifend und kindisch, wenn er von sich und Weksler als unglücklichen und glücklichen Nebenbuhler spricht und sich wegen eines versagten Kusses in den Schmollwinkel zurück zieht. Dabei könnte kein Adjektiv bezogen auf Weksler unzutreffender sein als "glücklich".Die Nebenbuhlerschaft währt nur kurze Zeit, in einer Nacht- und Nebelaktion wird der arme Jude Weksler von der Geheimpolizei festgenommen. Tschukowskaja macht den Schrecken greifbar, indem sie die Situation nicht als Sensation beschreibt, sondern mit einem unscheinbaren Detail, dass mehr als alle Worte sagt: Als Nachts Autoscheinwerfer am Sanatorium auftauchen, ist der erste Gedanke der aus dem Schlaf geschreckten Nina: Wen kommen sie holen? Es gibt im Terrorregime keine zufälligen Lichter in der Nacht.Letztlich ist es aber Ninas hoher Anspruch an die Literatur, die den endgültigen Bruch zwischen ihr und Bilibi hervorbringt:Nina empfindet Scham vor Autoren, die sich dem Terror beugen und ein Loblied auf das System singen, während um sie herum Menschen zu Opfern werdenAber Bilibin, ehemaliger Lagerinsasse, kann und will sich der Aufforderung des sowjetischen Schriftstellerverbandes nicht widersetzen, seinen Roman zum Lobe der Partei umzuschreiben.Sind die Ansprüche zu hoch, die Nina hat?Die Zeit des Großen Terrors unter Stalin hat Tschukowkajas Werk geprägt. Da sie schon zu oft als Regimekritikerin aufgefallen war, durfte UNTERTAUCHEN in der Sowjetunion nicht veröffentlicht werden und erschien schließlich erstmals 1972 in den USA. In der Folge wurde Tschukowskaja vom Schriftstellerverband ausgeschlossen, was gleichbedeutend damit war, dass keines ihrer Worte wieder veröffentlicht werden sollte. In der wunderschön aufgemachten Ausgabe im Dörlemann Verlag ist im Anhang die Rede abgedruckt, die Tschukowskaja am 9. Januar 1974 in Moskau vor dem Schriftstellerverband hielt:"In einigen Minuten werden Sie mich aus dem Schriftstellerverband ausschließen" beginnt die ergreifende Ansprache, und endet: "Was werden die Ausgeschlossenen tun? Bücher schreiben. Sogar Gefangene haben Bücher geschrieben und schreiben Bücher. Und was werden Sie schreiben? Resolutionen.Schreiben Sie."Lydia Tschukowskaja: Eine mutige, eine großartige Schriftstellerin.UNTERTAUCHEN: Ein mutiger, poetischer, wahrer Roman. Lange hat mich kein Buch mehr so berührt!Swetlana Geier: Sie hat die behutsame, tastende, poetische Sprache wunderbar übersetzt.Und schließlich ist auch der Dörlemann Verlag zu rühmen, der das Buch in verdienter Ausstattung veröffentlicht hat als Leinenband mit Lesebändchen und der Rede der Autorin im Anhang.10 von 10 Sternen!

  • Gavin Armour
    2019-05-17 17:18

    Wir kennen sie, die Erzählungen aus den Lagern Stalins – Alexander Solschenyzin, Warlam Schalamow und andere haben eindringlich davon berichtet - , wie wir auch die Erzählungen derer kennen, die zurückblieben, oft ohne ein Zeichen, ohne jegliche Kenntnis dessen, was aus ihren Angehörigen, ihren Ehemännern und -frauen, ihren Söhnen, Töchtern oder Eltern geworden ist. Lydia Tschukowskaja hat darüber eines der paradigmatischen Bücher – SOFIA PETROWNA – geschrieben, ebenfalls aus ihrer Feder stammt UNTERTAUCHEN, das die Thematik noch einmal aufnimmt und weitaus poetischer verarbeitet, als es der ältere Text tat. Beide wurden in der Sowjetunion erstmals Ende der 1980er Jahre verlegt, in Westeuropa allerdings schon bedeutend früher.Besticht SOFIA PETROWNA gerade durch die Kargheit und dadurch die Unmittelbarkeit der Erzählung, die den Leser unmittelbar an der Angst, dem Schmerz und der Verzweiflung dieser Mutter gegenüber dem Schicksal des Sohnes teilhaben, so ist es in dem mehr als zehn Jahre später entstandenen UNTERTAUCHEN die Poesie der textlichen Verwebung von Erinnerung, schriftstellerischer Reflexion, Gegenwartspolitik der frühen 1950er Jahre in der Sowjetunion und der Konfrontation derer, die den Krieg erlebt, erlitten und durchkämpft und jener, die das stalinistische System ausschließlich als unterdrückerisch erlebt haben, und zudem einer außergewöhnlich zarten und stillen Liebensgeschichte. In einem Sanatorium außerhalb Moskaus – halb Erholungsheim, halb Kurbad – zu Beginn der 1950er Jahre, trifft sich eine illustre Schar Kulturschaffender, meist Schriftsteller, die sich erholen sollen, die aber auch auf Inspiration und Schaffenskraft hoffen. Eine davon ist die Ich-Erzählerin, eine Übersetzerin und Schriftstellerin. Ihre Tage sind von Arbeitsstunden am Vormittag, Spaziergängen mittags und nachmittags und den Abendessen mit den anderen Bewohnern des Hauses geprägt. Sie selber ist emotional wie gelähmt, seit ihr Mann während der großen Säuberungen 1937 abgeholt wurde. Ihrer Kenntnis nach habe er „Zehn Jahre mit Kontaktverbot“ als Urteil erhalten. Als sie eines Nachmittags mit einem anderen Hausgast spazieren geht, stellt sie durch Zufall fest, daß er ebenfalls in einem Lager war und ihr vielleicht helfen kann, indem er ihr nicht nur erklärt, wie es in den Lagern zugeht, sondern auch, was das Urteil zu bedeuten hat. Bilibin, so der Name ihres neugewonnenen Kameraden, sträubt sich zunächst, doch entweder, weil er sich zunehmend zu der Frau hingezogen fühlt oder aus Mitleid, genau werden wir dies nie erfahren, öffnet er sich nach und nach und teilt mit ihr seine teils grausamen Erinnerungen, und auch was das Urteil gegen ihren Mann bedeutet, kann er ihr sagen. Es entspinnt sich eine stille, nahezu leidenschaftslose Liebe zwischen den beiden, eine Liebe, die lediglich in den tauenden Winterlandschaften um das Kurhaus herum Bestand haben kann und in eben jenem Moment enden muß, in dem sie wieder in die Realität der Hauptstadt, in die sowjetische Alltagswirklichkeit zurück kehren…Es ist vielleicht vor allem die Beschreibung dieser winterlichen, stillen Wälder und Hügel, die UNTERTAUCHEN zu einem solch außergewöhnlichen Text machen. Im Kontrast zwischen der reinen Schönheit dieser Betrachtungen und der grausamen Realität nicht nur der Erinnerungen derer, die die Lager erlitten hatten, sondern in der Figur des jüdischen Schriftstellers und ehemaligen Frontkämpfers Weksler auch der Grausamkeiten, die sich gerade in den Jahren 1948/49 in erneuten Säuberungswellen gerade gegen jüdische Parteimitglieder und jüdische Mitbürger generell richteten, wird der ganz spezielle und spezifische dramatische Bogen dieses Textes – einen Roman sollte man dies vielleicht nicht direkt nennen, zu sehr ist es durch die autobiographischen Details der Autorin geprägt – gespannt. Hinzu kommt eine Reflexion auf das Tun eines Schreibenden, die ebenfalls eine Schönheit eigener Gnaden entwickelt. „Untertauchen“ nennt die Erzählerin den Moment, wenn sie aus ihrer unmittelbaren Umgebung, die dazu allerdings genauestens präpariert sein sollte, in jene inneren, seelischen Gefilde zwischen Erinnern, Erfinden und reinem Empfinden driftet, in denen der Schriftsteller, der Schreibende, der kreativ Schaffende seine Inspiration, die Landschaften seiner Kreation findet und wo er oder sie wandeln kann, allein und doch immer in Gesellschaft all jener, die ihn oder sie begleiten, ein Leben lang. Es entsteht allerdings ein Reibungsfeld, in welchem der Schaffende auch zerrieben werden kann, dann wenn die innere Spannung zu groß, die Not zu dringlich wird. Die Ich-Erzählerin dieses in der Neuübersetzung von Swetlana Geier 244 Seiten starken Berichts erkennt diesen inneren Bruch eben an ihrer Erstarrung, die sich erstmals zu lösen scheint, als mit Bilibin jemand in ihr Leben tritt, der das Schicksal ihres Mannes scheinbar teilt. Es ist ein – auch in der Übersetzung hervorragend herausgearbeitetes – sprachliches Bravourstück, wie Tschukowskaja ihre Ent-Starrung andeutet, sprachlich geschehen lässt, gekoppelt an die tauenden Schneemassen, die das darunter liegende freigeben und doch auch wieder einfangen und bedecken, wenn es über Nacht erneut schneit und friert. Zart ist diese Sprache, fast zärtlich, und doch Zeuge all des Schmerzes, den das Sowjetvolk von außen wie innen zu erdulden hatte. Und wie nebenbei wird uns nicht nur der Alltag des sich langsam vom Kriege erholenden Landes nüchtern, fast distanziert geschildert, sondern, ebenso nüchtern, ebenso distanziert, jenes Alltagsleben im Kriege, in Leningrad, geprägt von Hunger, Leid und Tod. Allein wenn der Text uns, eingeschoben, der Erzählerin Erlebnisse im Moskau der späten 1930er Jahre, jene Stunden in der Schlange vor dem Gericht, jene Begegnungen mit den Ämtern, die nahezu kafkaesk anmuten, schildert, sind kaum mehr zu ertragen, so kühl wird uns hier die ganze Brutalität eines Systems anhand einiger weniger Sätze vorgeführt.UNTERTAUCHEN ist – gemessen an seinem historischen Kontext – ein ungemein spannendes und vor allem mutiges Buch, darüber hinaus ist es aber eben auch en Stück große Literatur, wie die Russen und auch die Sowjets sie immer wieder hervor gebracht haben. Man kann dies lesen als historischen Text, man kann es wie ein Tagebuch lesen. Man kann sich aber auch einfach an dieser Sprache und an der Konstruktion dieses Textes erfreuen. Ein stilles, ein großes Buch.

  • Minna Marjamaa
    2019-05-03 14:17

    ”Kirja on yhtä kuin minä, sydämeni kouristuminen, minun muistini, jota kukaan ei näe...”.Millaista oli elää Neuvostoliitossa? Lidia Tšukovskajan ensimmäinen suomennettu teos tuo neuvostoarjen ja Stalinin terrorin lukijan uniin asti. Vaikka teos on fiktiota, tapahtumat ja ilmapiiri pohjautuvat kirjailijan omiin ja ystävien kokemuksiin. Ahmatovan ystäville kirja on erityisen suositeltava. Tšukovskaja kirjoittaa vaikuttavasti neuvostototalitarismista tavallisen ihmisen näkökulmasta. Yksinäisyys, kauhu ja toivottomuus tulevat elämään pysyvästi, kun poika tai puoliso viedään ilman perusteita eikä hänestä kuulu enää mitään. Todellisuuden ja kuvitellun sekoittuminen, paranoia ja epätoivo ovat päähenkilöiden arkipäivää. Kuka tahansa voi olla tekaistun ilmiannon takana, oikeudenkäyntejä ei ole eivätkä läheiset saa selville tuomitun kohtaloa. Kun tulee erotetuksi puolueesta, töihin ei enää pääse. Jää vain jonottaminen päivästä toiseen Leningradin vankilan ja syyttäjänviraston pihalla ja käytävillä tuhansien muiden äitien kanssa. Arkipäivän absurdius kiristyy kuin naru kaulan ympärillä.Kirjaa pitäisi scifinä, ellei tietäisi sen perustuvan Tšukovskajan (1907-1996) omiin kokemuksiin. Tšukovskaja joutui vankilaan jo 20-luvulla lyhyeksi aikaa bolshevikkivastaisesta toiminnastaan, mutta kirjailijan politisoituminen tapahtui vasta fyysikkopuolison teloittamisen jälkeen Stalinin suuren terrorin aikana vuonna 38. 1960- ja 70-luvuilla Tšukovskaja puolusti näkyvästi tunnettuja toisinajattelijoita, muun muassa Brodskia, Saharovia ja Solzhenitsyniä. Jälkipolvien kannalta kuitenkin ehkä keskeisintä oli ystävyys Anna Ahmatovan kanssa ja Ahmatovan runojen säilyttäminen jälkipolville: Lidia Tšukovskaja painoi mieleensä runot, joita Ahmatova ei uskaltanut säilyttää paperilla. 1960-luvulla Tšukovskaja auttoi Ahmatovaa muistamaan runot ja kirjoittamaan ne ylös ja häntä saamme isoksi osaksi kiittää Requiemin säilymisestä jälkipolville. "Sinut vietiin aamunsarastaessa,sinua, kuin vainajaa, saatoin,pimeässä huoneessa itkivät lapset,Jumalankuvan edessä kynttilä valui.Huulillasi ikonin kylmyys,otsalla kuolemanhiki....En saata unohtaa!Tulen streltsien vaimojen lailla,Kremlin tornien äärellä parkumaan." Requiem1, suom. Anneli Heliö.Kirja koostuu kahdesta pienoisromaanista Vajoaminen ja Sofia Petrovna. Vaikka niissä on eri päähenkilöt ja tapahtumat, ne kertovat samaa tarinaa eri näkökulmasta. Sofia Petrovna on kirjoitettu pian puolison teloittamisen jälkeen vuosina 1939-40 ja Vajoaminen (Spusk pod vody) on kirjoitettu myöhemmin, 60-luvun lopulla. Sofia Petrovna kertoo poikansa vankileirille menettäneen naisen tarinan ja Vajoaminen kuvailee arvostetun kirjailijan luomisjaksoa kylpylässä vuonna 1949, yli 10 vuotta puolison teloittaimisen jälkeen. Sofia Petrovna kuvaa kunnon kommunistin heräämistä siihen, että myös hänen kunnollisuuden perikuva -poikansa voidaan pidättää, epätoivon syvenemistä ja henkistä sairastumista. Sofia Petrovnasta tulee mieleen Tšehovin novelli Nainen ja sylikoira. Vajoamisessa taas kuvataan sitä, kuinka ihmiset selviävät puolison teloituksen tai oman vankilerikokemuksen jäljiltä, kun edelleen yöllä naapurin hakee musta auto. Päähenkilö-kirjailijat opettelevat itselleen näennäisesti neuvostohallintoa myötäilevän kulissin ja kirjoittavat tarinansa peitellysti säilyäkseen hengissä.Kirjan ansiot eivät rajoitu pelkästään historiakuvauksen todenmakuisuuteen. Sofia Petrovnan tarinassa syvenevä tapahtumien absurdius ja todellisuuden ja kuvitelman sekoittuminen muistuttaa scifin mestariteoksia (esim. Zamjatinin Me tai Bradburyn Farenheit 451). Vajoamisessa kerronta on kaunista ja sujuvaa, lyyristäkin ja unenomaista. Pidin myös venäläisten suurten runoilijoiden lainauksista ja päähenkilön pohdinnoista niiden pohjalta. "Tänään ymmärsin, mihin olen syypää. Ymmärsin sen unessa. Olen elossa. Siinä se on." Suosittelen kirjaa aikamatkana Neuvostoliittoon, mutta myös Suomen historiaan. Kunpa toisinajattelijoiden kirjallisuutta olisi käännetty jo paljon aikaisemmin suomalaiselle lukijakunnalle.

  • Alia
    2019-05-08 11:24

    Nina Sergueivna es invitada a pasar unas semanas descansando en una dacha junto a un puñado de compañeros escritores. Parte del tiempo lo dedica a recordar a su esposo desaparecido. La relación que entabla con sus compañeros le hará buscar la verdad dentro de sí misma, para enfrentarse al destino que le ha tocado vivir.Una estupenda novela, narrada con sencillez, intimista, y cruda. Hay que tener en cuenta el valor que debió reunir la autora para atreverse a publicar una novela tan honesta en la URSS del año 49. Una lectura que nos invita a plantearnos cómo enfrentarnos al dolor, la necesidad de olvidar y al mismo tiempo, la injusticia que supone hacerlo.

  • Iletrado
    2019-05-21 14:18

    Un 3,5.

  • Eve Kay
    2019-05-01 13:27

    Vavisuttavat ja vaikuttavat kaksi kertomusta Neuvostovallan vaikutuksista tavallisiin kansalaisiin.Tärkeitä teoksia, joiden merkitys ei minulta mene ohi, mutta kerronta oli ehkä hieman ontuvaa. Ainakin Vajoamisessa keskityttiin ihan hirveesti lumeen ja miltä näytti kun aurinko nousi tai laski. Kun taas itse olisin ollut kiinnostuneempi lukemaan enemmänkin siitä ihmiskohtalosta, josta tarinassa selkeästi oli tarkoitus kertoa. Sofia Petrovna oli kerronnallisesti synkempi ja ahdistavampi, tyylit jotka purevat minuun. Siinä loppuhuipennus lähenteli jo mielestäni hullun paljon Unelmien Sielunmessua, joka on jotakuinkin yksi ahdistavuuden perikuvista. Kokonaisuutena on todettava, että tarinat vetoavat ehkä parhaiten sellaisiin lukijoihin, jotka ovat eläneet kyseisenä aikakautena ja ehkä tietävät tuosta ajasta hieman enemmän kuin minä. Totta kai, kuten jo totesin, tarinoiden merkittävyys on minulle ilmiselvää, mutta tuntui kuitenkin että olin jotenkin irrallinen kyseisistä tarinoista tai ajasta. Ehkä se tosiaan johtuu siitä, että sitä kaikkea tuskaa ja vääryyttä on vaan vaikea kuvitella kun ei ole siitä silloin lukenut tai ei ole sitä silloin kokenut. Toisaalta, kuka kieltää etteikö vastaavia tapauksia olisi nykyäänkin ympäri maailman.

  • Riet
    2019-05-13 19:00

    De schijfster is een tijdgenote van Anna Achmatova, de beroemde Russische dichteres. Zij heeft haar geholpen met het onthouden van haar gedichten, toen ze in de Soviet Unie en schrijfverbod kreeg. Datzelfde overkwam de schrijfster later ook. Zij vertelt in dit boek over haar verblijf in een soort vakantiekamp voor schrijvers, waar ze na haar eerherstel een paar maanden mag verblijven. zij ontmoet daar iemand uit de kampen van de Gulag en hoopt van hem meer te weten te komen over haar man, die in 1937 spoorloos verdween. Deze man weet haar te overtuigen, dat haar man is doodgeschoten en nooit naar de kampen is gestuurd, zoals de autoriteiten haar wilden doen geloven. Mooi geschreven en een schrijnend verhaal.