Read Im Licht der Finsternis: Über Proust by Anita Albus Online

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Anita Albus beleuchtet poetisch und kenntnisreich einen der bedeutendsten Romanciers der Weltliteratur: Marcel ProustAuf einzigartige Weise vereint Anita Albus in ihren Aquarellen, ihren Studien zur Kunst und ihrem gefeierten Buch Von seltenen Vögeln intensive Kennerschaft und künstlerische Präzision. Mit diesem subtilen und leidenschaftlichen Blick nähert sie sich MarcelAnita Albus beleuchtet poetisch und kenntnisreich einen der bedeutendsten Romanciers der Weltliteratur: Marcel ProustAuf einzigartige Weise vereint Anita Albus in ihren Aquarellen, ihren Studien zur Kunst und ihrem gefeierten Buch Von seltenen Vögeln intensive Kennerschaft und künstlerische Präzision. Mit diesem subtilen und leidenschaftlichen Blick nähert sie sich Marcel Proust und seinem monumentalen Werk: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit . In einer spannenden Lektüre führt die Autorin den Leser auf verschlungenen Pfaden durch den Proustianischen Garten der Lüste mit seinem Höllen- und seinem Paradiesflügel. Zahlreiche prächtige Illustrationen ergänzen ihre Deutungen.Mehr anzeigen Weniger anzeigen...

Title : Im Licht der Finsternis: Über Proust
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ISBN : 9783100006240
Format Type : Hardcover
Number of Pages : 224 Pages
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Im Licht der Finsternis: Über Proust Reviews

  • Jochen
    2019-03-22 15:08

    Ein sehr aufwendig gemachtes Buch, mit vielen, schönen Abbildungen von Kathedralendetails oder anatomischen Pflanzendarstellungen. Dazu die altmodische Schrift, der blaue, goldgeprägte Leineneinband und das dicke, glänzende Papier. Man sieht also, hier wird für die Ewigkeit gedruckt. So wirkt leider auch der Text, großes, pflanzenkundliches und kunstgeschichtliches Fachwissen trifft auf Detailkenntnis der "Recherche", aber es ist mir zu demonstrativ, man fühlt sich erschlagen von den Beweisführungen, die man so hinnehmen muß, auch wenn sie im Detail dann doch wieder eher behauptet werden. (Schwierig auch, dem zu folgen, wenn man schon nie den Unterschied zwischen Einhäusigkeit und Zweihäusigkeit verstanden hat.) "Das Säulchen krönt eine einzige mit ihm verwachsene Anthere, deren Fächer Pakete vereinter Pollen enthalten, die Pollinien, die mit einer Caudicula, einem 'Schwänzchen' oder 'Stöckchen', versehen sind, das an der Klebscheibe des Rostellum haftet, dem 'Schnäbelchen' oder 'Schnäuzchen', ein Gebilde, das aus der Umwandlung des oberen Stigma der drei zum Säulchen verschmolzenen Griffel hervorgegangen ist, während unten die restlichen Stigmata zu einer Narbe veschmolzen sind." Diese Erudiertheit ist mir zu auftrumpfend, und im Zeitalter von Wikipedia auch nicht mehr wirklich beeindruckend. Außerdem wird sie in so einem unklaren und ein bißchen mißgelaunten Stil ausgelebt, daß man oft gar nicht mehr weiß, was sie bei Proust eigentlich gerade beweisen will. Es sind auch immer ganz überraschende Tatsachen, so daß man sich fragt, ob denn bisher alle blind waren. Wenn Proust das alles wirklich so geplant hat, dann hätte er vielleicht auch doppelt so lange gebraucht für seinen Roman. Nicht, daß er nicht voller versteckter Anspielungen und Verweise wäre.Ein Beispiel, wie wild assoziiert wird. Irgendwie geht es um die Spargelfarbe und damit Geschlechtliches, Onanie. (Daß Rosa und Azur die "geschlechtsbezogenen Farben sind", die "bis heute Mädchen und Knabe kennzeichnen", ist aber noch gar keine so alte Entwicklung). "Vielleicht war Proust auch der im ländlichen Frankreich des 19.Jahrhunderts noch weit verbreitete Aberglaube bekannt, daß alles Männliche, das unter einem Regenbogen hindurchgeht, sich in Weibliches verwandelt und alles Weibliche in Männliches." Das sind so hingeworfene Behauptungen, wir wissen doch gar nicht, was für Gedanken im 19.Jahrhundert im ländlichen Frankreich "noch weit verbreitet" waren.Oder so: "Wie die Sandbiene Andrena mit dem Pollenbrot für das Leben ihrer Nachkommen sorgt, so hat Proust sein Werk als Nahrung für die Nachwelt vorgesehen." Vergleiche aus dem Tierleben, immer verfüherisch, gerade bei Proust, der dauernd mit Lesefrüchten aus der Biologie arbeitet, aber wenn sie so ernst klingen wie hier, wirkt das prahlerisch.Zum Prinzip von Proust: "Es stand nicht im Belieben Prousts, welche Realien er verewigen sollte. Seine Aufgabe war, die Hieroglyphen, die das Leben in ihn eingezeichnet hatte, zu entziffern."Viele überraschende Kleinigkeiten. Daß Proust sich "nach der Art der frühen Flamen" selbst in "Combray" verewigt hat. Der Erzähler wundert sich nämlich, da er doch alle Leute aus dem Ort kennt, wer ein gewisser Fischer ist, der, als seine Eltern vorübergehen, den Hut lüftet.Nehemias, der als Baumeister der Mauer von Jerusalem von seiner Leiter herabruft: "Non possum descendere magnum opus facio." Könnte man als Mailboxspruch nehmen. Oder unten an die Klingel schreiben. Allerdings klingelt ja niemand mehr."Da Ysop aus Mauern wächst, verlichen es die Kirchenväter mit Christus, der in das harte Gestein des menschlichen Herzens seinen Samen senkt."