Read Der Fälscher by Cay Rademacher Online

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Hamburg: Bei einem Routineeinsatz wird Oberinspektor Frank Stave niedergeschossen. Er kommt davon, aber wechselt von der Mordkommission zum Chefamt S, das den Schwarzmarkt bekämpft. Dort wird Stave gleich mit einem rätselhaften Fall konfrontiert: Trümmerfrauen haben in den Ruinen eines Kontorhauses Kunstwerke aus der Weimarer Zeit gefunden – gleich neben einer Leiche, dereHamburg: Bei einem Routineeinsatz wird Oberinspektor Frank Stave niedergeschossen. Er kommt davon, aber wechselt von der Mordkommission zum Chefamt S, das den Schwarzmarkt bekämpft. Dort wird Stave gleich mit einem rätselhaften Fall konfrontiert: Trümmerfrauen haben in den Ruinen eines Kontorhauses Kunstwerke aus der Weimarer Zeit gefunden – gleich neben einer Leiche, deren Identität der Kollege von der Mordkommission offenbar gar nicht aufklären will. Kurz darauf vertraut ihm Lieutenant MacDonald ein weiteres Problem an: Auf dem Schwarzmarkt sind rätselhafte Geldscheine aufgetaucht, deren Existenz die geheimen Pläne der Alliierten stört. Der Oberinspektor entdeckt bald seltsame Parallelen zwischen den beiden Fällen. Als der Tag X gekommen ist – die Einführung einer neuen Währung, über die schon seit Wochen in der Stadt gemunkelt wird –, scheint Stave kurz vor der Lösung zu stehen. Doch die Wahrheit ist gefährlich, und nicht nur für ihn allein......

Title : Der Fälscher
Author :
Rating :
ISBN : 9783832196950
Format Type : Hardcover
Number of Pages : 319 Pages
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Der Fälscher Reviews

  • Matt
    2019-01-28 19:37

    Compared with the other two books in the series, this one is the best, and it deserves the highest rating.Chief Inspector Frank Stave of the Hamburg police is shot at a routine operation. The stay in hospital gives him time to consider his situation. He decides to leave the homicide division, in which he worked for a long time. Instead, he wants to get into calmer waters and begins his service in a department that deals with illegal transactions on the thriving black market. His first cases in the new position confront him with counterfeit money that shouldn't even exist, some artwork discovered in the ruins of a house, and then again a corpse. At the same time Stave has to deal with personal matters. The relationship with his son, Karl, who has only recently returned from Russian war imprisonment, is less than ideal. Just as the relationship with Anna, who "collects" art and antiques in her own way. In addition, the people are anxiously waiting for Day-X, the introduction of a new currency, the birth of the Deutschmark.This novel puts us in the year 1948, the time of Trizone, when Germany was no longer called "Reich" and not yet "Republic". The Trizone (jokingly called Trizonesia in a song; Heidi tschimmela-tschimmela-tschimmela-tschimmela-boom!) was the merging of the three Western allied occupation zones run by France, Great Britain, and the USA. Hamburg (British Zone) was bombed out, like most other large cities in Germany. Most ordinary people lived from hand to mouth, trying somehow to make ends meet, and hoped for a better future. Others have fallen to their feet, slipped through the net of denazification, and are now back living in villas and enjoy their existence: The former Nazi mayor, some bankers, members of the Gestapo, Goebbel's favorite film director. Add to this themes like "Degenerate art", propaganda films, §175 (the "gay paragraph"), awareness of history and coping with the past. Considering the length of the book it is clear that these topics are not dealt with comprehensively. The author is a qualified historian and it shows. At no point, I had the impression that he was not quite sure of his cause. He had the story firmly under control at all times, was on top of things, and thereby never pretentious. He uses the detective story and its protagonists very skillfully to deliver a comprehensive picture of a part of German history. In an afterword, the author explains what events and people were real, and what fictional, and where he has taken the liberty to "adapt" reality a bit.All in all a very readable history lesson. Recommended for history buffs as well as fans of crime fiction. This book is part three of the Frank Stave series, but I think it also works as a stand-alone.This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported License.

  • dubh
    2019-02-07 19:32

    Der dritte Fall um Frank Stave, einen Hamburger Oberinspektor der Nachkriegsjahre, beginnt im Grunde mit einem Abstieg: Stave beschließt - nachdem er bei einem Einsatz niedergeschossen und schwer verletzt wurde - selbst, dass er nicht länger für die Mordkommission arbeiten möchte und wechselt deshalb nach seiner Genesung zum Chefamt S, das einen Stock unter seinem bisherigen Arbeitsplatz liegt. Doch nicht nur das ist ein Abstieg, sondern auch viele Kollegen können Stave nicht verstehen, werden die Mordermittler doch gerne als Elite der Polizei Hamburg gesehen, während das Chefamt S, das den Schwarzmarkt bekämpft, in diesen Tagen einen schweren Stand hat: die Alliierten haben beschlossen, dass Deutschland eine neue Währung bekommt und alle warten gespannt auf das frische Geld. Doch was geschieht an Tag X? Bricht der Schwarzmarkt zusammen, weil die Menschen ihre Waren wieder normal in den Geschäften kaufen können? Die meisten rechnen damit und so wird Staves neuer Aufgabe keine wirkliche Zukunft prognostiziert.Doch dieser hat gleich zu Beginn seiner neuen Ermittlertätigkeit einen verzwickten Fall: im zerbombten Reimershof haben Trümmerfrauen ungewöhnliche Skulpturen gefunden, die in der Nazizeit unter sogenannte "Entartete Kunst" gefallen wären. Wo kommen sie her und was haben sie während des Zweiten Weltkrieges dort gemacht? Und nicht nur das, denn nur wenige Meter weiter findet sich eine Leiche, an deren Identität der Kollege von der Mordkommission kein großes Interesse zeigt. So muss Stave also auch hier ein wenig nachforschen - inoffiziell, versteht sich. Zu guter Letzt taucht auch noch Offizier James MacDonald auf, mit dem Stave bereits einiges erlebt hat, und bittet ihn in einem anderen Fall um verschwiegene Mithilfe: auf dem Schwarzmarkt sind ungewöhnliche Scheine aufgetaucht, die die aliierten Besatzer ziemlich nervös machen...Frank Stave ist in meinen Augen einfach ein grundsympathischer Mann, der durchaus seine Schwächen und Probleme hat, aber gerade dadurch sehr authentisch auf mich wirkt. Auch wenn er noch von der Nazizeit her ein Einzelgänger ist, wird er inzwischen deutlich offener - er setzt sich mit seiner Versetzung durch, arbeitet für seine Verhältnisse sehr freundschaftlich mit MacDonald zusammen und sucht die Nähe zu seinem Sohn, ohne zu vergessen, dass er ihn nicht bedrängen darf und Karl nicht aus dessen Sprachlosigkeit herauszwingen darf. Aber auch an seinem eigenen Unvermögen muss er arbeiten - vor allem, wenn er Anna, die er nicht vergessen kann, zurückgewinnen möchte. Besonders gefällt mir an dieser Figur aber, dass sie so gerechtigkeitsliebend ist. Auch wenn Stave weiß, dass es nicht in allen Fällen möglich ist, die Schuldigen angemessen zu bestrafen, so weiß er doch, was er von diesen halten muss... Und Stave kann etwas, das im Deutschland dieser Tage beinahe nicht mehr vorhanden zu sein scheint: er begreift die Schwere der Schuld; die Motivation der Menschen, die hinter den Taten stehen und kann sie in ein vernünftiges Gleichgewicht setzen!Wie auch schon in den Vorgängern von "Der Fälscher" ist es dem Autoren Cay Rademacher perfekt gelungen, mir die Lebenssituation der Menschen im zerbombten Nachkriegs-Hamburg nahe zu bringen: die Sorgen und Nöte, aber auch die Versuche, die eigene Schuld wegzuwischen, das eigene Handeln in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. So ist die Atmosphäre dieses Krimis für mich teilweise noch spannender als die Suche nach den Tätern und der Identität des Opfers... Zudem waren für mich die ganzen Geschehnisse rund um die Einführung der D-Mark ein wirklich neues Kapitel, so dass ich 'ganz nebenbei' noch einige sehr interessante Fakten lernen konnte.Zum leider allzu schnell erreichten Ende gibt es eine wirklich gute Auflösung des Kriminalfalles, aber rund um den Oberinspektor bleibt es spannend, denn diese Ebene hat durchaus ein offenes Ende. Was dann auch zur Folge hat, dass ich am allerliebsten sofort weiterlesen würde - ich könnte noch etliche Jahre mit Frank Stave, seinem Sohn Karl und Anna verbringen und hoffe daher sehr, dass der Stoff für Cay Rademacher nie ausgehen möge!Fazit: Eine glasklare Leseempfehlung für alle Krimileser, die Interesse an historischen Fakten, toller Atmosphäre und gutem Erzählstil haben - und natürlich für alle, die noch nicht genügend über diese Zeit wissen und dies ändern möchten!

  • Buchdoktor
    2019-02-04 11:33

    Im Frühjahr 1948 gibt bei Aufräumarbeiten in einem ausgebombten Hamburger Kontorhaus eine einstürzende Wand eine Leiche frei. Der Tote weist keine typischen Spuren eines Bombenopfers auf, Reste eines Judensterns an der Kleidung werfen die Frage auf, wie sich überhaupt ein Jude bis zu den Bombenangriffen auf die Stadt zu Kriegsende verstecken konnte. Außer der Leiche werden in dem Haus Kunstgegenstände geborgen, die zur Nazizeit als entartete Kunst gegolten hatten. Oberinspektor Frank Stave ist nach einer schweren Schussverletzung im Dienst auf eigenen Wunsch in die Abteilung zur Schwarzmarktbekämpfung versetzt worden. Stave ist weitsichtig genug, sich für die Zukunft eine Abteilung für Wirtschaftsdelikte bei der Hamburger Kripo vorzustellen. Doch zunächst leidet die Stadt noch unter Versorgungsmängeln, einige Lebensmittel sind noch immer rationiert und der Handel mit Zigaretten als Währung blüht. Stave kann den Ermittler der Mordkommission nicht so schnell abschütteln und vereinbart mit dem Staatsanwalt, neben seinen Ermittlungen zu den frei gelegten Kunstgegenständen unauffällig auch zu dem Toten im Kontorhaus Augen und Ohren offen zu halten. Der Staatsanwalt ist nicht damit einverstanden, dass Staves Nachfolger den Fall einfach zu den Akten legt. Gemeinsam mit der britischen Besatzungsmacht ermittelt Stave außerdem, wie schon vor Einführung einer neuen Währung frisch gedruckte Geldscheine auf dem Schwarzmarkt auftauchen konnten. Deutschland fiebert dem Tag X der Währungsreform entgegen und die Engländer befürchten, dass ein Fälscher das Vertrauen in das neue Geld untergraben und damit die Besatzungsmacht verhöhnen will. Staves Ermittlungen führen ihn in ein bürgerliches hanseatisches Milieu, das die Nazizeit offenbar unberührt überstanden hat und in die Szene von Künstlern und Schauspielern. Stave leidet in seinem beruflichen Umfeld noch immer darunter, dass ehemalige Nazi-Täter auffallend zügig entnazifiziert wurden und an ihre ehemaligen Arbeitsplätze zurückkehren konnten. Die Aufbruchsstimmung jener Zeit spiegelt sich in Staves Privatleben in der schwierigen Beziehung zu seiner Freundin Anna und zu seinem Sohn, der nach der Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft allmählich wieder im zivilen Leben Fuß fasst.Die wenig spektakulären Fälle, in denen Stave dienstlich und außerdienstlich ermittelt, sind eher historisch interessant. Sie dienen Cay Rademacher als Kulisse, um die besondere Stimmung wiederzugeben, als am Tag der Währungsreform in den deutschen Geschäften die lange gehorteten Waren auftauchten und sich kaum jemand vorstellen konnte, dass die deutsche Wirtschaft von nun an ohne Tauschgeschäfte funktionieren würde. Die Verknüpfung von Unsicherheit und Aufbruchsstimmung erlebt Stave auch in seinem Privatleben. Um Rademachers Krimi zu mögen, muss man seine Freude an den historischen Details aus jener Zeit teilen, die er penibel recherchiert hat und mit geringen Abweichungen zur Realität in seinem Krimi verarbeitet.

  • Wal.li
    2019-02-08 13:48

    Der Tag XKurz vor einer Verhaftung wird Kommissar Frank Stave angeschossen. Wochenlang ringt er in der Eppendorfer Klinik mit dem Tod. Langsam wieder genesen steht sein Entschluss fest: Er wird das Morddezernat verlassen und zum Chefamt S wechseln, dass für den Schwarzmarkt zuständig ist. Im Juni 1948 stellt er sich damit in den Augen der Kollegen auf das berufliche Abstellgleis. Die Gerüchte einer Währungsreform und dem Ende des Schwarzmarkts verdichten sich. Dennoch gibt es einen Fall für Stave, in einem zerbombten Haus haben einige Trümmerfrauen neben einem Toten auch ein paar Skulpturen gefunden, die vermutlich von den Nazi-Schergen als entartete Kunst eingestuft dort versteckt waren.In seinem dritten Fall ermittelt Kommissar Frank Stave in einem anderen Milieu und gerät von Jagdfieber gepackt doch wieder in eine Mordermittlung. Denn so scheint es der Ex-Kollege von der Mordkommission verschleppt eine Nachforschungen fast so als solle der Fall im Sande verlaufen. So etwas kann Stave einfach nicht geschehen lassen zumal zwischen den beiden Fällen eine Verbindung zu bestehen scheint. Gleichzeitig tauchen auf dem Schwarzmarkt gefälschte Geldscheine auf, was Staves Freund Lieutenant James MacDonald auf den Plan ruft. Dieser hat bereits seine Abkommandierung in der Tasche und es wird die vorerst letzte Zusammenarbeit der Beiden in Hamburg.Die Nachkriegszeit, die Zeit um die Währungsreform - in einen packenden Fall gekleidet schildert der Autor das Leben der Menschen in diesen Wendewochen. Verbrechen gibt es zu jeder Zeit, also auch in dieser des Aufbruchs. Und so wird Oberinspektor Stave nicht arbeitslos. Doch ist der Ruck, der mit der Ausgabe des neuen Geldes, durch die Menschen und auch durch die Wirtschaft ging, in den Zeilen deutlich zu spüren. Das karge Leben, die im geheimen gehorteten Waren, die plötzlich in den Schaufenstern lagen, das Staunen der Menschen, der Glaube an das gute Geld, die regulierende Wirkung von Angebot und Nachfrage. Doch auch die Naziverbrechen, die kaum geahndet werden, da kaum jemand seine Schuld anerkennt, die meisten sich als bloße Befehlsempfänger bezeichnen und ihnen bedauerlicherweise in den seltensten Fällen das Gegenteil bewiesen werden kann. Eintauchen kann man in diesen fesselnden Krimi, der packt und gleichzeitig gemahnt, nicht zu vergessen. Wie können Täter so leicht davonkommen, die Opfer sind für immer tot. Eine ausgesprochen gelungene Krimireihe für zeitgeschichtlich Interessierte, die lebensechte Charaktere und intelligent konstruierte Fälle zu schätzen wissen.4,5 Sterne

  • Annemarie
    2019-02-21 17:44

    Ich hatte mich wirklich sehr auf Staves 3. Fall gefreut. Leider konnte er mich nicht so restlos überzeugen wie die anderen beiden!Der Schreibstil, die Beschreibungen und Charakterzeichnungen waren, wie gewohnt, sehr gut.Der Fall um die Kunsterwerke in den Trümmern spannend. Der Fall mit den Geldscheinen konnte meine Erwartungen nicht erfüllen. Wie Stave da auf den Täter gekommen ist, bleibt mir ein Rätsel.Generell zogen sich die Ermittlungen sehr in die Länge. Der Fokus lag wohl eindeutig auf Staves Privatleben.Trotzdem noch ein Lesevergnügen :)

  • Landpomeranze
    2019-01-27 12:26

    Schöner Krimi, auch zum Mitraten, aus dem zerstörten Hamburg kurz nach dem Krieg. Sehr gut beschrieben auch die Spannung und das Fiebern nach dem neuen Geld.

  • DuMont Buchverlag
    2019-01-31 18:29

    "Zeitgeschichte ganz nah und berührend erzählt"BRIGITTE